Reifenzusammensetzung und Recyclingmethoden

Haben Sie sich jemals gefragt, wie Reifen im Inneren aufgebaut sind, was mit Altreifen geschieht und welche Recyclingmethoden es gibt? Dann lassen Sie uns das gemeinsam erkunden.

Reifenzusammensetzung

Um den Recyclingwert von Reifen zu verstehen, müssen wir zunächst wissen, woraus sie bestehen. Schneidet man einen Reifen auf, stellt man fest, dass er nicht nur ein einfacher Gummiklumpen ist, sondern ein Verbundwerkstoff aus verschiedenen Materialien.

steel wire
carbon black
tire pyrolysis oil

Gummi (ca. 50 %)

Reifen bestehen hauptsächlich aus zwei Gummiarten:

Naturkautschuk: Er wird aus dem Saft von Gummibäumen gewonnen und ist elastisch, was für Grip und Fahrkomfort sorgt.

Synthesekautschuk: Er wird aus Erdöl hergestellt, ist verschleiß- und hitzebeständig und eignet sich für hohe Geschwindigkeiten.

Ruß (ca. 25 %)

Obwohl Ruß nur ein schwarzes Pulver ist, spielt er eine wichtige Rolle. Er macht Reifen haltbarer und verschleißfester – ähnlich wie Stahl im Zement. Ohne sie wären Reifen bereits nach wenigen hundert Kilometern unbrauchbar.

Verstärkungsmaterialien (ca. 15 %)

Dieser Abschnitt umfasst Stahldraht und Faserkord:

Stahldraht: Wird hauptsächlich in Schwerlastreifen für Lkw, Busse usw. verwendet, um das Fahrzeuggewicht zu tragen und Aufprallkräften standzuhalten.

Polyesterfaser und Nylon: Werden in Pkw-Reifen eingesetzt, um die Formstabilität des Reifens bei hohen Drehzahlen zu gewährleisten.

Zusatzstoffe (ca. 10 %)

Sie enthalten Schwefel und Antioxidantien. Schwefel macht den Gummi widerstandsfähiger und verhindert, dass er weich und schlaff wird; Antioxidantien schützen die Reifen vor vorzeitiger Alterung und Rissbildung.

Methode 1: Runderneuerung

♻️Zielgruppe

Reifen mit intakter Karkasse und lediglich abgefahrenem Profil, vorwiegend für Nutzfahrzeuge und Busse.

♻️Prozessablauf:

Karkasse prüfen → Abgefahrenes Profil abschleifen → Neue Laufflächenmischung auftragen → Vulkanisieren

Vorteile

Die Kosten betragen nur ein Drittel bis die Hälfte der Kosten eines Neureifens. Die Ressourcenausnutzung ist maximal. Die Runderneuerung gilt international als bevorzugte Methode zur Gewichtsreduzierung von Reifen.

Methode 2: Herstellung von Recyclinggummi

♻️Prozessablauf:

Zerkleinerung: Altreifen werden zerkleinert und weiteren Vorbehandlungen unterzogen, um feines Gummipulver zu erhalten.

Entschwefelung: Das Gummipulver wird pneumatisch gefördert und präzise vermischt. Die Entschwefelung erfolgt in einem geschlossenen System unter Normalbedingungen.

Formgebung: Der entschwefelte Recyclinggummi verlässt die Produktionslinie, wo er anschließend zugeschnitten, beschichtet und gestapelt wird.

Verfahren 3: Herstellung von Gummipulver

♻️Prozessablauf:

Altreifen → Mechanisches Zerkleinern → Vermahlen zu Gummipulver unterschiedlicher Feinheit → Entfernen von Stahldrähten und -fasern → Fertiges Gummipulver

Verfahren 4: Pyrolyse

♻️Prozessablauf:

Vorbehandlung: Altreifen werden zugeschnitten, von Stahldrähten befreit und anschließend zu Gummipartikeln von ca. 1–2 mm Größe zerkleinert.

Thermochemische Pyrolyse: Die Gummipartikel werden für ca. 1 Stunde einer hohen Temperatur von über 420 °C ausgesetzt. Unter anaeroben Bedingungen werden die hochmolekularen Substanzen durch thermische Energie in niedermolekulare Substanzen umgewandelt.

Produktabtrennung: Die Pyrolyseprodukte werden getrennt gesammelt.

Aus einem Reifen lassen sich folgende Rohstoffe gewinnen:

Primäröl: ca. 38 %

Ruß: ca. 33 %

Stahldraht: ca. 20 %

Brenngas: ca. 9 %

Von der Aufbereitung und Herstellung von Recyclinggummi über das Vermahlen zu Gummipulver bis hin zur Gewinnung von Öl und Ruß durch Pyrolyse – jedes dieser Verfahren hat seine eigenen Anwendungsgebiete und kann Altreifen in wertvolle Ressourcen verwandeln. Die Technologie wird immer ausgereifter, die Verarbeitungseffizienz steigt und die Umweltbelastung sinkt stetig.

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